Eine Goldschmiedin in Trier möchte wissen, ob die Seite ihrer neuen Kollektion überhaupt besucht wird. Ihr Techniker installiert das übliche große Analysewerkzeug, und mit ihm kommen das Cookie-Banner, die Einwilligungspflicht und all die Besucher, die seither ablehnen und in keiner Statistik mehr auftauchen. Für die Frage, die sie eigentlich hatte, hätte ein Strichzettel gereicht.
Was Betriebe wirklich wissen wollen
Die ehrliche Anforderungsliste der meisten kleinen Unternehmen ist kurz: Wie viele Besucher kommen, welche Seiten interessieren sie, woher kommen sie grob, und wirkt eine Maßnahme? Dafür braucht niemand Bewegungsprofile einzelner Personen über Wochen und Geräte hinweg. Die großen Analysewerkzeuge beantworten Fragen von Konzernen mit Werbebudgets in Millionenhöhe, und diese Fragen stellt im Handwerk niemand.
Der Preis des großen Bestecks
Werkzeuge, die Besucher über Cookies wiedererkennen und Profile bilden, erfordern nach überwiegender Auffassung der Datenschutzbehörden eine ausdrückliche Einwilligung. Das bedeutet ein Banner, und es bedeutet lückenhafte Zahlen, denn wer ablehnt, verschwindet aus der Messung. Die Statistik wird also zugleich rechtlich heikler und sachlich schlechter, eine seltene Kombination aus Aufwand und Nachteil.
Zählen ohne persönliche Profile
Es gibt eine leise Alternative: Statistikwerkzeuge, die ohne Cookies auskommen und keine Personen wiedererkennen, sondern anonym Aufrufe zählen. Werkzeuge wie Matomo in cookieloser Konfiguration oder schlanke europäische Dienste arbeiten so, manche Hoster liefern anonyme Auswertungen gleich mit. Solche Verfahren kommen nach verbreiteter Einschätzung ohne Einwilligungsbanner aus, erwähnt werden müssen sie in der Datenschutzerklärung dennoch. Die Zahlen sind dafür vollständig, weil niemand ablehnen muss, was niemanden verfolgt.
Weniger Daten, bessere Entscheidungen
Der Verzicht ist keiner. Eine lückenlose, einfache Statistik sagt einem Betrieb mehr als ein Datengebirge mit Einwilligungslücken, und sie hält die Website frei von einem Banner, das ohnehin niemand sehen will. Am Ende steht eine altmodische Erkenntnis: Man muss seine Besucher nicht kennen, um sie zu zählen. Und man muss sie nicht verfolgen, um zu verstehen, was sie suchen.