Es gibt eine Zahl, die seit zwanzig Jahren in jeder Branche immer wieder gemessen wird, auf jedem Endgerät, in jedem Markt. Sie lautet drei. Drei Sekunden Ladezeit sind die Grenze, an der Geduld in Ungeduld kippt. Wer länger warten muss, schließt den Tab und sucht weiter.
Für einen Handwerksbetrieb in Hamburg, eine Boutique in Berlin oder eine Praxis in München ist das keine technische, sondern eine kaufmännische Größe. Eine träge Website ist die teuerste Zeile in jedem Marketingbudget, weil sie nirgends auftaucht.
Ladezeit ist die unterschätzte Währung im Web
Mit jeder zusätzlichen Sekunde Wartezeit sinkt in vielen Messungen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher zur Kundin oder zum Kunden wird. Amazon etwa hat bereits 2008 für den eigenen Shop berechnet, dass jede hundert Millisekunden Verzögerung rund ein Prozent Umsatz kosten. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt von Branche und Angebot ab. Bei einem Onlineshop, der vom Wochenende lebt, entspricht es schnell einem Mitarbeitergehalt im Monat.
Die häufigste Ursache ist die Bauweise, nicht das Hosting
Schuld sind selten die Server. Schuld sind zu viele Schriftarten, ungeschnittene Bilder, unnötige Plugins und ein Theme, das für jedes Szenario gebaut wurde und für keines optimiert. Hinzu kommen Trackingskripte, die zwischen Browser und Server vermitteln, bevor überhaupt der erste Buchstabe sichtbar wird. Jede einzelne Entscheidung ist klein. In Summe entscheiden sie über die ersten drei Sekunden.
Eine schnelle Website ist eine Frage der Disziplin
Was nicht gebraucht wird, gehört nicht auf die Seite. Bilder werden in der richtigen Größe ausgeliefert, Schriften nur in den Schnitten, die wirklich verwendet werden, Skripte erst dann geladen, wenn sie etwas tun sollen. Eine sauber gebaute Website kommt in der Regel mit weniger als einem Megabyte aus und ist damit auch im Mobilfunknetz auf dem Smartphone innerhalb der drei Sekunden vollständig.
Rechnen Sie Ihren stillen Verlust einmal aus
Nehmen Sie Ihren durchschnittlichen Monatsumsatz, der über die Website entsteht, und spielen Sie einmal mit einem Verlust von wenigen Prozent durch. Die genaue Zahl hängt von Branche, Angebot und Publikum ab, doch schon eine grobe Rechnung zeigt die Größenordnung, die in einer trägen Ladezeit stecken kann. Niemand schickt Ihnen dafür eine Rechnung. Genau das macht diesen Verlust so still und so leicht zu übersehen.
Sprechen Sie zuerst mit jemandem, der die Bauweise prüft
Wenn Ihre Website länger als drei Sekunden braucht, ist das nächste Werbebudget die falsche Antwort. Mehr Klicks auf eine zähe Seite vergrößern den Verlust, statt ihn zu verkleinern. Die günstigste Klickoptimierung ist die, die Sie sich sparen, weil die Website bereits funktioniert.