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Technik

Die Tür ins Leere

Jeder tote Link ist ein Versprechen, das die Website nicht mehr hält, und irgendwer klickt immer noch darauf.

Von Tinte & Pixel · 11. Oktober 2026 · Lesedauer 4 Min

Ein Reiterhof bei Paderborn wirbt seit Jahren in einem regionalen Forum mit einem Link auf seine Kursseite. Die Seite gibt es seit dem letzten Website-Umbau nicht mehr. Wer heute klickt, liest eine dürre Meldung: Seite nicht gefunden. Die freundlichste Empfehlung, die der Betrieb je bekommen hat, endet an einer verschlossenen Tür, und niemand im Haus weiß davon.

Der Fehler 404 ist die Antwort des Servers auf eine Adresse, die es nicht mehr gibt. Er entsteht bei jedem Umbau, bei dem sich Adressen ändern, beim Löschen alter Angebote, bei einem Tippfehler im Newsletter. Das Tückische: Die alten Adressen leben weiter, in Suchergebnissen, Lesezeichen, fremden Websites, gedruckten Flyern. Das Netz vergisst langsamer, als Websites sich verändern.

Was ein 404 wirklich kostet

Ein Besucher, der ins Leere läuft, kommt selten ein zweites Mal, er nimmt schlicht das nächste Suchergebnis. Verloren geht aber mehr: Jeder Link von außen ist eine Empfehlung, auch in den Augen von Google, und mit der toten Seite verfällt ihr Wert. Häufen sich die Fehler, leidet der Eindruck der ganzen Website, bei Menschen wie bei Maschinen, denn beide schließen von der klemmenden Tür auf den Zustand des Hauses.

Weiterleitungen sind die Reparatur

Für jede wegfallende Adresse gehört eine dauerhafte Weiterleitung eingerichtet, auf die Seite, die das Anliegen heute beantwortet. Wichtig ist die Passung: Die alte Kursseite leitet auf die neue Kursseite, nicht pauschal auf die Startseite, denn wer nach einem Kurs sucht und auf einer allgemeinen Begrüßung landet, ist genauso verloren wie beim Fehler selbst. Bei größeren Umbauten ist diese Umzugsliste die halbe Miete, ihr Fehlen ruiniert sonst jahrelang aufgebaute Sichtbarkeit.

Finden, bevor es Kunden tun

Tote Links meldet niemand, man muss sie suchen. Die kostenlose Google Search Console listet auf, welche nicht mehr existierenden Adressen noch aufgerufen werden, und freie Linkprüfer durchforsten die eigene Website in Minuten. Einmal im Quartal prüfen, nach jedem Umbau sofort, dazu eine 404-Seite, die wenigstens Suchfeld, Hauptthemen und Kontakt anbietet. Dann wird aus der Tür ins Leere eine Umleitung, und aus einem stillen Verlust ein behobener.

“Im Netz sterben Seiten leise. Bemerkt wird es erst, wenn ein Kunde vor einer Tür steht, die es nicht mehr gibt.”
— Tinte & Pixel
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