Zwei Dachdecker-Websites, eine in Bremen, eine in Dresden, und derselbe Satz auf beiden Startseiten: Qualität und Kundenzufriedenheit stehen an erster Stelle. Niemand hat hier vom anderen abgeschrieben. Beide Betriebe haben dieselbe Sorte Maschine schreiben lassen, und die Maschine hat geliefert, was sie am besten kann, den Durchschnitt ihrer Trainingsdaten.
Woran man Sprachmodell-Prosa erkennt
KI-Texte ohne Bearbeitung haben einen erkennbaren Klang. Symmetrische Aufzählungen in Dreierschritten, Superlative ohne Beleg, Absätze, die jedem Betrieb der Branche passen würden wie ein Mantel von der Stange. Der sicherste Test ist die Austauschprobe: Lässt sich der Firmenname durch den eines Wettbewerbers ersetzen, ohne dass der Text falsch wird, sagt er nichts. Ein Text, der überall stimmt, überzeugt nirgendwo.
Google bestraft nicht die Maschine, sondern die Leere
Google bewertet nach eigenen Richtlinien nicht, wie ein Text entstanden ist, sondern ob er Lesern nützt. Massenhaft erzeugte Seiten ohne eigene Substanz stuft die Suchmaschine dagegen ausdrücklich als Spam ein. Die Grenze verläuft also nicht zwischen Mensch und Maschine, sondern zwischen Inhalt und Füllmasse. Wer mit einem Sprachmodell zwanzig austauschbare Leistungsseiten erzeugt, hat keine Inhalte produziert, sondern ein Risiko. Wer dieselbe Bequemlichkeit auf die gesamte Website überträgt und sie von einem Tool zusammensetzen lässt, vergrößert das Risiko nur. Welche Gefahren eine komplett von KI gebaute Website mit sich bringt, reicht von Sicherheitslücken bis zu Datenschutzverstößen.
Was kein Modell über Ihren Betrieb weiß
Kein Sprachmodell kennt Ihre Preise, Ihre Lieferzeiten, das Projekt aus dem letzten Winter oder den Rat, den Sie Kunden am Telefon immer wieder geben. Genau diese Einzelheiten sind es, die einen Text verkäuflich machen, weil sie beweisen, dass hinter der Website ein echter Betrieb steht. Ein einziger Absatz über das Reetdach in Worpswede, das im Februar zwischen zwei Sturmtiefs neu gedeckt wurde, sagt mehr als zehn Absätze über Qualitätsversprechen. Generische Absätze dagegen wirken wie Stockfotos in Textform, gefällig, glatt und unsichtbar.
Das Modell als Lektor, nicht als Autor
Sinnvoll eingesetzt sind Sprachmodelle ein Werkzeug wie jedes andere. Sie ordnen Stichpunkte, straffen Entwürfe, finden den fehlenden Übergang. Die Fakten, Zahlen und Beispiele müssen aus dem Betrieb kommen, sonst hat das Modell nichts zu verdichten. Eine brauchbare Faustregel: Jeder Satz, der wortgleich beim Wettbewerber stehen könnte, wird gestrichen oder durch eine Einzelheit ersetzt, die nur Sie liefern können.