Am Tag der Freischaltung ist die Website das wichtigste Thema im Betrieb. Vier Wochen später spricht niemand mehr von ihr. Das Projekt gilt als abgeschlossen, die Rechnung ist bezahlt, der Ordner zugeklappt. Genau in diesem Moment passiert der eigentliche Fehler, denn die Arbeit der Website hat gerade erst begonnen.
Das Projekt endet, das Werkzeug fängt an
Projektdenken hat eine eingebaute Ziellinie: Budget, Termin, Abnahme, fertig. Eine Website kennt diese Linie nicht. Sie beantwortet ab dem ersten Tag Fragen, sortiert Interessenten vor und sammelt Anfragen ein, nachts, am Wochenende, während im Betrieb gearbeitet wird. Wer sie als abgeschlossenes Vorhaben ablegt, behandelt sein fleißigstes Werkzeug wie einen erledigten Aktenvorgang.
Ein Werkzeug wird gemessen
Über eine Maschine in der Werkstatt weiß jeder Inhaber Bescheid, was sie kostet, was sie leistet, wann sie zur Wartung muss. Über die Website wissen es die wenigsten. Dabei genügen drei Zahlen: Wie viele Besucher kommen, wie viele davon rufen an oder schreiben, und welche Seiten führen dorthin. Ohne diese Zahlen ist jedes Urteil über den Auftritt ein Bauchgefühl, mit ihnen wird aus der Website ein Betriebsmittel mit ablesbarer Leistung. Eine datensparsame Statistik auf dem eigenen Server liefert sie, ganz ohne Konzern-Tracking und ohne Banner.
Ein Werkzeug wird nachgeschärft
Werkzeugdenken ersetzt den großen Relaunch alle sieben Jahre durch viele kleine Handgriffe: ein präziserer Satz auf der Startseite, ein neues Referenzprojekt, eine Antwort auf die Frage, die Kunden diese Woche dreimal am Telefon gestellt haben. Solche Eingriffe kosten Minuten und halten den Auftritt bei dem, was ohnehin laufend altert, auf der Höhe des Betriebs. Sie setzen allerdings voraus, dass jemand zuständig ist, mit Namen und festem Termin.
Die Frage an Ihren Auftritt
Was hat Ihre Website im letzten Monat eingebracht? Wenn Sie die Antwort kennen, und sei sie unbequem, besitzen Sie ein Werkzeug. Wenn nicht, besitzen Sie ein Denkmal, das einmal viel gekostet hat. Der Unterschied liegt nicht im Budget und nicht in der Technik, sondern in der Haltung, mit der ein Betrieb auf diese eine Adresse im Netz schaut.