Ein Tischlermeister aus Hamburg gibt seinen Firmennamen bei Google ein. Rechts neben den Treffern erscheint ein Kasten mit Adresse, Öffnungszeiten, drei Bewertungen und einem Foto, das ein Kunde vor zwei Jahren hochgeladen hat. Eingetragen hat er davon nichts.
Diesen Kasten legt Google von jedem Betrieb an. Er speist sich aus dem Google Unternehmensprofil, aus Branchenbüchern, aus der eigenen Website und aus Quellen, deren Existenz dem Inhaber oft unbekannt ist.
Woher die Daten stammen
Google bezieht seine Informationen aus mehreren Quellen gleichzeitig. Ein Teil kommt aus dem Google Unternehmensprofil, das früher Google My Business hieß. Ein Teil aus der Website, sofern dort strukturierte Daten hinterlegt sind. Der Rest stammt aus Branchenbüchern, Bewertungsportalen und Karteneinträgen, die teils Jahre alt sind. Daraus fügt Google einen Steckbrief zusammen, der öffentlich ausgespielt wird, ob Sie das wollen oder nicht.
Was Google nicht weiß
Erstaunlich wenig weiß Google darüber, was Sie tatsächlich anbieten. Branchenbezeichnungen wie „Tischlerei” oder „Tierarztpraxis” verraten nichts über Spezialisierung oder Zielgruppe. Wer auf Eichendielen für denkmalgeschützte Altbauten spezialisiert ist, taucht in keinem Branchenbuch unter diesem Stichwort auf. Diese Information steht nur dort, wo Sie sie selbst formuliert haben, in der Regel auf der eigenen Website.
Warum die Konkurrenz oben steht
In den meisten Fällen liegt es nicht am Marketingbudget. Die Konkurrenz hat ihr Google Unternehmensprofil vollständig ausgefüllt, lädt regelmäßig Fotos hoch, antwortet auf Bewertungen und beschreibt auf der Website klar, welche Leistung für welche Zielgruppe gedacht ist. Diese vier Punkte kosten kein Geld, sie kosten Aufmerksamkeit über mehrere Monate.
Was Sie konkret tun sollten
Beanspruchen Sie zuerst Ihr Google Unternehmensprofil und füllen Sie jedes Feld aus. Beschreiben Sie Leistungen mit eigenen Worten, nicht nur über die vorgeschlagenen Kategorien. Laden Sie echte Fotos vom Betrieb hoch, keine Stockbilder. Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die unfreundlichen. Achten Sie darauf, dass Adressdaten und Öffnungszeiten auf der Website wortgleich mit dem Profil übereinstimmen.
Eindeutigkeit schlägt Lautstärke
Google bevorzugt Betriebe, die der Suchmaschine die Zuordnung leicht machen. Je präziser Sie sich beschreiben, desto sicherer ordnet der Algorithmus Ihren Betrieb der richtigen Suchanfrage zu. Es geht nicht um SEO-Tricks, sondern um Eindeutigkeit. Wer sich nicht selbst beschreibt, überlässt die Darstellung jenen Quellen, die Google ohnehin findet.