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Technik

Warum WordPress nicht immer die Antwort ist

WordPress betreibt vier von zehn Websites weltweit. Ein guter Grund, einmal nüchtern hinzusehen, was das eigentlich heißt.

Von Tinte & Pixel · 24. März 2026 · Lesedauer 5 Min

WordPress ist seit über zwanzig Jahren die populärste Software, um Websites zu bauen. Diese Popularität ist verdient, sie ist aber auch der Grund, warum WordPress heute auf Servern läuft, für die es nie gedacht war. Vom Handwerksbetrieb in Hamburg bis zur Steuerkanzlei in München setzen viele Mittelständler auf das gleiche System, ohne vorher zu fragen, ob es zur eigentlichen Aufgabe passt.

Wofür WordPress entwickelt wurde

WordPress entstand als Blog-Software und ist dort, wo Inhalte täglich wachsen, bis heute kaum zu schlagen. Stark wird es überall, wo mehrere Redakteure parallel arbeiten, Beiträge regelmäßig erscheinen und neue Funktionen schnell ergänzt werden müssen. Das große Ökosystem aus Themes und Plugins macht beinahe jede Erweiterung in wenigen Klicks möglich. Für Magazine, Vereinsportale und mittelgroße Onlineshops mit aktiver Redaktion bleibt das eine robuste Wahl.

Wo WordPress an Grenzen stößt

Die größte Stärke von WordPress ist zugleich die größte Schwachstelle. Jedes Plugin ist Code aus einer anderen Werkstatt, mit eigenem Update-Rhythmus, eigener Sicherheitslage und eigenen Vorstellungen davon, wie schnell etwas laden darf. Auf einer typischen Mittelstands-Website sind schnell ein Dutzend aktive Plugins versammelt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik führt veraltete Plugins regelmäßig als häufigstes Einfallstor für Angriffe auf kleine Unternehmensseiten. Hinzu kommt: WordPress baut jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammen, aus Datenbank, Theme und Plugins. Das kostet Zeit, Strom und Geduld.

Die typische Folgerechnung

Die wahren Kosten einer WordPress-Website zeigen sich erst nach dem Launch. Wartungsverträge, Sicherheits-Plugins, regelmäßige Backups und gelegentliche Reparaturen, wenn ein Update das andere ausbremst, summieren sich Monat für Monat. Nach drei Jahren übersteigt die laufende Pflege oft den ursprünglichen Bauaufwand. Das ist keine böse Absicht der Beteiligten, sondern eine Eigenschaft des Systems. Wer viele Bauteile aufeinanderstapelt, muss alle gleichzeitig in Schuss halten.

Wann eine WordPress Alternative die bessere Wahl ist

Sobald eine Website überwiegend aus festen Inhalten besteht, sind statische Generatoren die ehrlichere Wahl. Werkzeuge wie Astro liefern fertige HTML-Dateien aus, ohne Datenbank, ohne Plugin-Kaskade. Das Ergebnis lädt in Bruchteilen einer Sekunde, lässt sich kaum kompromittieren und kommt mit minimaler Pflege aus. Für Selbstständige und kleinere Unternehmen in Deutschland, deren Inhalte selten wöchentlich umgebaut werden, ist das in den meisten Fällen die günstigere und langlebigere Lösung.

Eine Frage des passenden Werkzeugs

WordPress ist kein schlechtes System. Es ist nur nicht für jede Aufgabe das richtige. Eine seriöse Beratung erkennen Sie daran, dass die Frage nach dem System erst gestellt wird, wenn klar ist, was die Website leisten soll. Klären Sie zuerst Inhalte, Pflegeintervall und Zielgruppe, dann fällt die Wahl fast von allein. Wer mit dem Werkzeug beginnt, baut Möbel nach dem Hammer, der gerade in der Schublade liegt. Das geht selten gut aus.

Die ehrlichste Frage am Beginn eines Webprojekts lautet nicht, womit gebaut werden soll, sondern wofür.
— Tinte & Pixel
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