Ein Gebrauchtwagenhändler in Hannover baut seine Website selbst, an vier Wochenenden. Das Ergebnis sieht ordentlich aus und funktioniert, nur findet es niemand. Was fehlt, kann er nicht sehen, denn es ist unsichtbar: die Struktur, die Texte, die Auffindbarkeit. Gespart hat er das Honorar eines Profis, bezahlt hat er mit vier Wochenenden und mit jedem Monat ohne Anfragen.
Selbermachen wird in Stunden bezahlt
Die Werbung der Baukästen verspricht eine Website an einem Abend, und für die erste Rohfassung stimmt das sogar. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Texte schreiben, Fotos auswählen, Seiten ordnen, rechtliche Pflichtangaben klären, alles am Handy prüfen. Aus dem Abend werden schnell dreißig, vierzig Stunden. Wer die mit dem eigenen Stundensatz multipliziert, bekommt eine Zahl, die in keinem Baukasten-Tarif steht.
Der Unterschied liegt im Unsichtbaren
Das Sichtbare einer Website ist heute fast geschenkt, Vorlagen sehen überall passabel aus. Der Wert entsteht im Unsichtbaren: in einer Struktur, die Besucher zur Anfrage führt, in Texten, die die Sprache der Kunden sprechen, in den technischen Details, über die Google entscheidet, wer gefunden wird. Genau diese Ebene fehlt dem Eigenbau meist, und sie fehlt lautlos. Die Website ist nicht schlecht, sie ist nur wirkungslos, und das sieht man ihr nicht an.
Wann der Eigenbau die richtige Wahl ist
Es gibt gute Gründe fürs Selbermachen: ein Nebenerwerb in der Testphase, ein Verein, ein Projekt, das vor allem existieren muss. Wer Freude daran hat und die Stunden nicht dem Betrieb stiehlt, fährt damit ordentlich, sollte aber die Grenzen der Baukästen kennen, bevor das Provisorium zum Dauerzustand wird.
Wann der Profi sich rechnet
Sobald die Website Kunden bringen soll, dreht sich die Rechnung. Dann zählt nicht, was sie kostet, sondern was sie einbringt, und diese Rechnung gewinnt fast immer die Seite, die gefunden wird und überzeugt. Wie bei der Frage nach den Kosten einer Website gilt: Gemessen wird am Ergebnis, nicht am Preisschild. Ein Betrieb, der seine Wochenenden wieder für das eigene Handwerk nutzt, hat dabei schon gewonnen, bevor die erste Anfrage kommt.