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Strategie

Was eine Website kostet, und was die Zahl verschweigt

Zwischen drei Angeboten für dieselbe Leistung können zehntausend Euro liegen, und alle drei können ihren Preis wert sein.

Von Tinte & Pixel · 09. September 2026 · Lesedauer 5 Min

Ein Elektromeister aus Kassel holt drei Angebote für seine neue Website ein. Das erste liegt bei 800 Euro, das zweite bei 4.500, das dritte bei 12.000. Alle drei versprechen eine professionelle Website. Der Meister legt die Blätter nebeneinander und fragt sich, ob zwei der drei Anbieter ihn für dumm verkaufen wollen. Wahrscheinlicher ist: Alle drei reden von verschiedenen Dingen und nennen sie nur gleich.

Warum die Preisspanne so groß ist

Eine Website kostet zwischen wenigen hundert und vielen tausend Euro, weil der Begriff fast alles bezeichnen kann. Das eine Angebot meint eine angepasste Vorlage mit übernommenen Texten. Das andere meint Beratung, eigene Texte, Fotoauswahl, Suchmaschinenoptimierung und ein Design, das es nur einmal gibt. Beides darf Website heißen. Die Zahl im Angebot verrät deshalb wenig, solange nicht daneben steht, welche Arbeit in ihr steckt.

Was den Preis wirklich bestimmt

Den Ausschlag geben selten die Seitenzahl oder die Technik, sondern die Stunden, die vor dem ersten Entwurf liegen. Wer sich mit dem Betrieb beschäftigt, seine Kunden versteht und Texte schreibt, die verkaufen, braucht Tage, nicht Stunden. Dazu kommen Fotos, rechtliche Pflichtseiten, mobile Optimierung und die Frage, ob die Website gefunden werden soll oder nur existieren. Ein Anbieter, der all das ernst nimmt, kann nicht 800 Euro verlangen. Einer, der 800 Euro verlangt, lässt es weg und schreibt es selten dazu.

Die Kosten, die nach dem Start weiterlaufen

Zum Kaufpreis kommen laufende Posten: Domain, Hosting, Wartung, gelegentliche Anpassungen. Sie sind überschaubar, oft ein zweistelliger Betrag im Monat, aber sie gehören in jede ehrliche Rechnung. Eine Website ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Werkzeug im Dauereinsatz, und Werkzeuge brauchen Pflege. Wer nur den Anschaffungspreis vergleicht, vergleicht die halbe Wahrheit.

Woran Sie ein faires Angebot erkennen

Ein faires Angebot erkennt man daran, dass es Fragen stellt, bevor es eine Zahl nennt. Wer nach Zielen, Kunden und Wettbewerb fragt, kalkuliert Arbeit. Wer sofort einen Preis nennt, kalkuliert eine Vorlage. Seriös ist auch, wer Preise oder Spannen offen auf der eigenen Website nennt und erklärt, was sie enthalten. Misstrauen verdient dagegen jedes Angebot, das mit einer kleinen Zahl beginnt und die eigentlichen Leistungen als Zusatzpakete nachreicht.

Billig gekauft, doppelt gebaut

Die häufigste Karriere einer sehr günstigen Website ist der Neubau nach zwei Jahren. Erst kommt die Erkenntnis, dass sie keine Anfragen bringt, dann die Suche nach jemandem, der es richtig macht, und am Ende steht die Gesamtrechnung aus beiden Projekten. Wer rechnet, rechnet deshalb besser vom Ergebnis her: Was muss die Website einbringen, damit sie sich trägt? Bei einem einzigen zusätzlichen Auftrag im Monat relativiert sich mancher Preis schneller, als die Angebotstabelle vermuten lässt.

Die teuerste Website ist nicht die mit der größten Zahl im Angebot, sondern die, die keine Kunden bringt.
— Tinte & Pixel
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